Roberto Isberner

Kommunikationstraining

» Keiner kommt an Kommunikation vorbei.
Sie ist immer da – auch wenn wir nicht sprechen. «

In Deiner Arbeit geht es viel um kommu­nikativen Austausch. Welchen Stellenwert hat Kommu­nikation für Dich im Beruf?

Kommunikation ist für mich wie atmen. Keiner kommt an Kommu­nikation vorbei. Sie ist immer da – auch wenn wir nicht sprechen. Sie läuft so auto­matisch ab, dass wir uns gar nicht bewusst sind, was wir alles senden, welche Chancen wir dabei haben und welche vertan werden. Kommu­nikation ist für mich Grundlage aller zwischen­menschlichen Interaktionen – privat wie beruflich. Umso wichtiger ist, dass Kommunikation auf beiden Seiten funktioniert, beim Senden und beim Empfangen.

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Welche Veränderung möchtest Du in einem Kommunikations­seminar erreichen. Was soll für die Teil­nehmenden hinterher anders sein als vorher?

Mir ist wichtig, das Bewusstsein zu wecken, dass man jede Kommunikation stark beeinflussen kann. Dann ist es letztlich egal, in welcher Rolle ich mich befinde – Führungskraft, Mitarbeiter oder Kunde. Wenn ich mir meiner Signale bewusst werde und wahrnehme, was mein Gegenüber sendet, kann ich Kommunikation beeinflussen und modulieren.

Sind Deine Seminar-Angebote Grundlagen­arbeit oder Kommu­nikation im High-End-Bereich?

Schwerpunktmäßig geht es in meinen Trainings und Workshops um Grund­lagen – man kann fast sagen um „die Basics unter den Grund­lagen“. Ich meine damit nicht die klassische Zweier-Kommunikation, sondern das Setzen klarer Impulse oder den Aufbau eines emotionalen Kontakts mit deinem Gegenüber zum Beispiel via Körper­sprache. Wenn diese Basics auto­matisiert und unbewusst ablaufen, kommt der Rest im Gespräch fast von alleine.

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Aber auch bei den Spezialfällen bist Du aktiv.

Bei Mitarbeitergesprächen, Gehalts­verhandlungen oder Feedback-Gesprächen reichen die Basics alleine nicht. Hier es geht es um konkrete Wortwahl und Feinschliff in den Formulierungen, die beim Gegenüber ganz Unterschiedliches auslösen können. Darauf kann – und sollte – man sich vorbereiten.

» Leistung Lernen Lachen «

Ein Slogan von Dir lautet „Leistung Lernen Lachen“. Das hört sich nicht nach Frontal­unterricht an.

Ja, exakt! Ich benutze zum Beispiel nie Power Point. Mir ist wichtig, dass in den ersten drei, vier Minuten des Seminars mindestens einmal gelacht wird. Wer lacht, der fühlt sich wohl. Wer sich wohl fühlt, lernt auch gerne. Daher kommt das Lachen streng ge­nommen sogar noch vor der Leistung. Ich versuche, in meinen Seminaren den Dreiklang aus Locker­heit, einer angenehmen Atmo­sphäre und konzentriertem Lernen umzusetzen. Dabei kommt zuerst das Lachen, dadurch die Annäherung, danach die Öffnung und letztlich der Lernprozess.

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Nehmen wir an, ich wäre Unter­nehmer und möchte die Kommu­nikation mit meinen Mitarbeitern aber auch der Mit­arbeiter unter­einander verbessern. Was wäre Dein Ansatz?

In meinen Trainings arbeite ich nicht nach einem festen Schema. Ich komme nicht in ein Unter­nehmen und sage, wenn Sie Modell X oder Y anwenden, dann kommt Ergebnis Z dabei heraus. Ich schaue mir lieber mit Hilfe von Übungen alltägliche Arbeits­situationen aus dem Unter­nehmen an. Anschließend gebe ich dazu mein Feedback und wir erarbeiten zusammen Verbesserungen. Meist geht es zuerst darum, den Teil­nehmenden bewusst zu machen, wie bestimmte Kommunikations- und Verhaltens­muster beim Gegenüber ankommen. Um das deutlich zu machen, bringe ich mich spielerisch als Gegen­über ein und zeige auf, was die Signale in mir ausgelöst haben.

Ausgewählte Referenzen

Seminarschauspiel

Du bist nicht nur als Kommu­nikations­trainer, sondern auch als Seminar­schauspieler und im Improvisations­theater aktiv. Sind Kommu­nikation und Schauspiel zwei Paar Schuhe oder gibt es Ergänzungen und Übersch­neidungen?

Nur kurz vorweg: Seminarschauspiel ist eine niederländische Methode in Kommunikations­trainings, die seit 2006 vom Institut Synergie in Deutschland mit extra dafür ausgebildeten Schauspielern angeboten wird. Der große Mehrwert hiervon liegt im starken Praxisbezug und in der Realitätsnähe der Rollenspiele. Nun zu deiner Frage: Im beruflichen Kontext ist „das Schauspielern“ nicht so gut beleumundet. „Ich spiele etwas vor. Ich bin nicht authentisch.“ Das sind vielleicht die ersten Gedanken. Tatsächlich ist es aber so, dass wir ganz natürlich in unserem Leben ver­schiedene Rollen einnehmen. Als Vorgesetzter, als Mitarbeiter, als Außendienstler, als Kunde oder im Privaten als Vater oder Freund. Ich nehme in meiner Kommunikation also ganz viele verschiedene Rollen ein und diese sind alle Bestandteile von mir, Facetten meiner Identität. Ich bin deswegen nicht weniger authentisch. Wichtig ist, dass ich mir dieser verschiedenen Rollen bewusst bin und dabei „wahrhaftig“ bleibe. Also sie so bedienen kann, dass ich mich dabei wohl fühle und mein Gegenüber sie annimmt. Nichts anderes ist – kurz gefasst – Schauspiel für mich.

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Theater, Schauspiel, Kommu­nikation sind die großen Themen Deiner beruflichen Arbeit und Deiner Aus­bildung. Was hat Dich in Jugend­jahren daran so fasziniert?

Ich habe schon früher immer viel geredet und meine Kumpels und Klassenkameraden gerne zum Lachen gebracht. Ich bin also eher der extro­vertierte Typ, der auf Menschen zugeht, viele Fragen stellt und etwas erfahren möchte. Der Auslöser war wohl die Theater-AG in der 11. Klasse. Wir haben damals das Stück „Der Club der toten Dichter“ auf die Bühne gebracht. Ich hatte Spaß daran, Theater zu machen und dabei auch wichtige Inhalte fürs Leben zu transportieren. Das hat sich für mich einfach gut angefühlt.

» Ich bin also eher der extrovertierte Typ, der auf Menschen zugeht, viele Fragen stellt und etwas erfahren möchte. «

Studium Diplom-Pädagogik
Schwerpunkt: Erwachsenenbildung

Studium Master of Arts
Theaterpädagogik

Ausbildung
zertifiziertes Seminarschauspiel

Ausbildung
Integrativ-systemisches Coaching

Kommunikations- und
Konfliktlösungstrainings

Workshops:
Körpersprache & Präsenz

Workshops:
Spontanität und Schlagfertigkeit

Workshops:
Themenkomplex Stimme

Ausbildung

Leistungen, Angebote

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Und was machst Du so, wenn Du keine Seminare gibst?

Da ich in vielen verschiedenen Städten arbeite, fahre ich sehr oft Zug. Und hier genieße ich auch mal zu schweigen. Das ist sozusagen meine innere Erholung, in der ich nachdenke und reflektiere. Wenn ich aber wieder zuhause in Berlin bin, treffe ich mich gerne mit Freunden, verbringe Zeit beim Quatschen und Lachen. Allerdings finde ich es immer spannender, Fragen zu stellen und möglichst viel Neues zu erfahren. Wir sprechen dann über alles Mögliche – von der Familie, über Politik oder auch ganz profan über Apples neues iPhone.

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Und wenn Du ganz zuhause in Deinen eigenen vier Wänden bist?

Da lege ich gerne mal ‘ne Platte aus meiner Sammlung auf. Das ist für mich dann ein Gefühl der Entschleunigung. In Zeiten von Internet und Smartphone, also permanenter Verfügbarkeit, hat es für mich etwas Beruhigendes, wenn ich auf­stehen muss, um die Platte zu wenden und dass sie nicht immer und überall für mich verfügbar ist. Eben nur zuhause.

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In welche musikalische Richtung geht Deine Sammlung?

Ich mag sehr gerne Soul aus den 60er- und 70er-Jahren und von heute. Aber auch Folk zur Ent­spannung oder Elektronisches zum Power Tanken. Ein sehr breites Spektrum.

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